Geschichte hautnah erleben: Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg
Nürnberg ist eine Stadt voller historischer Kontraste. Während mittelalterliche Pracht und fränkische Gemütlichkeit das Stadtbild prägen, beherbergt die Stadt auch bedeutende Zeugnisse der jüngeren deutschen Geschichte. Eines der wichtigsten ist das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände – ein Ort der Erinnerung, Aufklärung und Mahnung.
Ein architektonisches Statement gegen den Nationalsozialismus
Das im Jahr 2001 eröffnete Dokumentationszentrum befindet sich im nördlichen Teil der unvollendeten Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Der österreichische Architekt Günther Domenig schuf mit seinem Entwurf ein beeindruckendes Gegenkonzept zur monumentalen NS-Architektur: Ein 130 Meter langer Glasstab durchsticht symbolisch das massive Mauerwerk des Gebäudes und bricht mit der erdrückenden Symmetrie der nationalsozialistischen Bauweise.
Die Dauerausstellung „Faszination und Gewalt“
Auf rund 1.300 Quadratmetern präsentiert die Dauerausstellung „Faszination und Gewalt“ in 19 Themenbereichen die Geschichte der Reichsparteitage und ihre Bedeutung für das NS-Propagandasystem. Mit zahlreichen Originalexponaten, Fotografien, Dokumenten und interaktiven Medienstationen wird die Vergangenheit des Ortes eindringlich vermittelt.
Die Ausstellung beleuchtet kritisch, wie die Nationalsozialisten diese Massenveranstaltungen zur Manipulation der Bevölkerung nutzten und welche Rolle Nürnberg als „Stadt der Reichsparteitage“ spielte. Dabei werden auch die Folgen des NS-Regimes und die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit nach 1945 thematisiert.
Bildungsangebote und Veranstaltungen
Das Dokumentationszentrum ist nicht nur Museum, sondern auch ein lebendiger Ort der politischen Bildung. Ein umfangreiches Programm aus Führungen, Workshops, Vorträgen und Sonderausstellungen richtet sich an Besucher jeden Alters. Besonders für Schulklassen bietet die Einrichtung maßgeschneiderte pädagogische Konzepte zur Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte.
Rundgang über das Gelände
Ergänzend zum Besuch des Dokumentationszentrums lohnt ein Rundgang über das weitläufige ehemalige Reichsparteitagsgelände. Die Überreste der monumentalen Bauten wie das Zeppelinfeld mit der Haupttribüne oder die unvollendete Kongresshalle zeugen von den megalomanen Plänen der Nationalsozialisten und verdeutlichen die Dimensionen ihrer Selbstinszenierung.
Praktische Informationen
Das Dokumentationszentrum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Audioguides in verschiedenen Sprachen und regelmäßige öffentliche Führungen ermöglichen einen vertieften Zugang zu diesem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte.
Der Weg von der PUELS.LEGAL Rechtsanwaltskanzlei zum Dokumentationszentrum
Von unserer Kanzlei in der Fürther Straße 27 erreichen Sie das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände bequem in etwa 15 Minuten. Nehmen Sie die U-Bahnlinie U1 vom Bahnhof Gostenhof (nur wenige Gehminuten von unserer Kanzlei entfernt) in Richtung Langwasser Süd. Steigen Sie an der Haltestelle „Frankenstraße“ aus und nehmen Sie dort den Ausgang „Pillenreuther Straße“. Von dort aus folgen Sie der Beschilderung „Dokumentationszentrum“ für etwa 500 Meter zu Fuß. Alternativ können Sie auch mit dem Auto über die Bayernstraße in rund 10 Minuten zum großen Besucherparkplatz vor dem Dokumentationszentrum gelangen.


